Metta Sutta (2)

Wohlwollen

„Mönche, man kann vier Arten von Menschen in dieser Welt finden.  Welche vier?

„Es gibt den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung (1) durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Wohlwollen (metta) durchtränkten Bewusstsein. So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Wohlwollen durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit.

„Er betrachtet dort welche Erscheinung auch immer, die mit Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gebilden (sankhāra) und Bewusstheit (viññana) verbunden ist, als unbeständig, Stress (dukkha), eine Krankheit, als Krebs, einen Pfeil, schmerzhaft, ein Gebrechen, fremd, als Verfall, Leere, Nicht-Selbst. 
Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tod, erscheint er vereint mit den Devas der Reinen Gefilden wieder.  Diese Wiedergeburt ist nicht üblich für einen herkömmlichen Menschen. 
  
„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Mitgefühl durchtränkten Bewusstsein.  So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall  in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Mitgefühl durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit.

„Er betrachtet dort welche Erscheinung auch immer, die mit Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gebilden und Bewusstheit verbunden ist, als unbeständig, Stress, eine Krankheit, als Krebs, einen Pfeil, schmerzhaft, ein Gebrechen, fremd, als Verfall, Leere, Nicht-Selbst. 
Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tod, erscheint er vereint mit den Devas der Reinen Gefilden wieder.  Diese Wiedergeburt ist nicht üblich für einen herkömmlichen Menschen. 

„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Freude durchtränkten Bewusstsein.  So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Freude durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit.

„Er betrachtet dort welche Erscheinung auch immer, die mit Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gebilden und Bewusstheit verbunden ist, als unbeständig, Stress, eine Krankheit, als Krebs, einen Pfeil, schmerzhaft, ein Gebrechen, fremd, als Verfall, Leere, Nicht-Selbst. 
Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tod, erscheint er vereint mit den Devas der Reinen Gefilden wieder.  Diese Wiedergeburt ist nicht üblich für einen herkömmlichen Menschen. 

„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Gleichmut durchtränkten Bewusstsein.  So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Gleichmut durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit.

„Er betrachtet dort welche Erscheinung auch immer, die mit Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gebilden und Bewusstheit verbunden ist, als unbeständig, Stress, eine Krankheit, als Krebs, einen Pfeil, schmerzhaft, ein Gebrechen, fremd, als Verfall, Leere, Nicht-Selbst. 
Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tod, erscheint er vereint mit den Devas der Reinen Gefilden wieder.  Diese Wiedergeburt ist nicht üblich für einen herkömmlichen Menschen. 

„Diese vier Arten von Menschen kann man in dieser Welt finden." 


Anmerkungen

(1)  Der Osten


translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu
Übersetzung aus dem Englischen nach Thanissaro Bhikkhu

Metta Sutta (1)

Wohlwollen (metta)

„Mönche, man kann vier Arten von Menschen in dieser Welt finden.  Welche vier?

„Es gibt den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung (1) durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Wohlwollen durchtränkten Bewusstsein. So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Wohlwollen durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit.  

„Er genießt es, sehnt sich danach und fühlt sich darin behaglich.  Darin verbleibend, darin verankert, häufig darin verweilend, nie davon abweichend, wird er dann, wenn er vereint mit den Devas des Gefolges Brahmas wiedererscheinen.

„Die Devas des Gefolge Brahmas, Mönche, haben eine Lebensdauer von einer Weltenzeit. Ein herkömmlicher Mensch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, kommt in die Hölle, in den Tier-Mutterleib, in die Welt der hungrigen Schatten.  Ein Schüler des Erhabenen jedoch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, wird geradewegs in diesem Daseinszustand entfesselt. 

„Dies, Mönche, ist der Unterschied, dies ist die Unterscheidung, dies ist das Unterscheidungsmerkmal zwischen einem unterwiesenen Schüler der Edlen und einem ununterwiesenen, herkömmlichen Menschen, wenn es einen Bestimmungsort, eine Wiedererscheinung gibt.

„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Mitgefühl durchtränkten Bewusstsein. So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Mitgefühl durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit. 

„Er genießt es, sehnt sich danach und fühlt sich darin behaglich.  Darin verbleibend, darin verankert, häufig darin verweilend, nie davon abweichend, wird er dann, wenn er vereint mit den Abhassara Devas wiedererscheinen. (2)

„Die Abhassara  Devas, Mönche, haben eine Lebensdauer von zwei Weltenzeiten. Ein herkömmlicher Mensch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, kommt in die Hölle, in den Tier-Mutterleib, in die Welt der hungrigen Schatten.  Ein Schüler des Erhabenen jedoch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, wird geradewegs in diesem Daseinszustand entfesselt. 

„Dies, Mönche, ist der Unterschied, dies ist die Unterscheidung, dies ist das Unterscheidungsmerkmal zwischen einem unterwiesenen Schüler der Edlen und einem ununterwiesenen, herkömmlichen Menschen, wenn es einen Bestimmungsort, eine Wiedererscheinung gibt. (3)

„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Freude durchtränkten Bewusstsein. So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Freude durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit. 

„Er genießt es, sehnt sich danach und fühlt sich darin behaglich.  Darin verbleibend, darin verankert, häufig darin verweilend, nie davon abweichend, wird er dann, wenn er vereint mit den Subhakinha Devas wiedererscheinen. (4)

„Die Subhakinha  Devas, Mönche, haben eine Lebensdauer von vier Weltenzeiten.  Ein herkömmlicher Mensch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, kommt in die Hölle, in den Tier-Mutterleib, in die Welt der hungrigen Schatten.  Ein Schüler des Erhabenen jedoch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, wird geradewegs in diesem Daseinszustand entfesselt.

„Dies, Mönche, ist der Unterschied, dies ist die Unterscheidung, dies ist das Unterscheidungsmerkmal zwischen einem unterwiesenen Schüler der Edlen und einem ununterwiesenen, herkömmlichen Menschen, wenn es einen Bestimmungsort, eine Wiedererscheinung gibt.

„Wiederum gibt es den Fall, in dem ein Mensch fortwährend die erste Richtung durchdringt - sowie die zweite Richtung, die dritte, die vierte - mit einem von Gleichmut durchtränkten Bewusstsein.  So durchdringt er fortwährend oben, unten und rundherum, überall und in jeder Hinsicht den allumfassenden Kosmos mit einem von Gleichmut durchtränkten Bewusstsein: reichlich, weit reichend, unermesslich, frei von Feindseligkeit, frei von Böswilligkeit. 

„Er genießt es, sehnt sich danach und fühlt sich darin behaglich.  Darin verbleibend, darin verankert, häufig darin verweilend, nie davon abweichend, wird er dann, wenn er vereint mit den Vehapphala  Devas, wiedererscheinen. (4)

„Die Vehapphala  Devas, Mönche, haben eine Lebensdauer von fünfhundert Weltenzeiten.  Ein herkömmlicher Mensch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, kommt in die Hölle, in den Tier-Mutterleib, in die Welt der hungrigen Schatten.  Ein Schüler des Erhabenen jedoch, der dort verweilte und die ganze Lebensdauer dieser Devas aufgebraucht hat, wird geradewegs in diesem Daseinszustand entfesselt. 

„Dies, Mönche, ist der Unterschied, dies ist die Unterscheidung, dies ist das Unterscheidungsmerkmal, zwischen einem unterwiesenen Schüler der Edlen und einem ununterwiesenen, herkömmlichen Menschen, wenn es einen Bestimmungsort, eine Wiedererscheinung gibt.


„Diese vier Arten von Menschen kann man in dieser Welt finden." 


Anmerkung
  1. Der Osten.
  2. Abhassara: Radiant. Die Abhassara, Subhakinha und Vehapphala Devas sind alle Brahmas auf der Formebene.
  3. Diese Sutta, wenn man sie  in Verbindung mit AN 4.123, liest, lässt die Annahme aufkommen, dass die Entwicklung von Wohlwollen, als einen unermesslichen Geisteszustand, nur zu dem ersten Jhana führen kann, und dass die nächsten zwei unermesslichen Geisteszustände - Mitgefühl und Freude – jeweils nur zum  zweiten und dritten Jhanas führen können . Jedoch, wie AN 8.63 zeigt, können alle vier unermesslichen Geisteszustände ganz bis zum vierten Jhana führen. Der Unterschied zwischen jener Rede und dieser liegt darin, wie die Person, die diese Geisteszustände praktiziert, zu ihnen steht.  In jener Sutta, verwendet die Person absichtlich Geisteszustände als eine Grundlage um Jhanas zu entfalten. In dieser Sutta, genießt die Person einfach nur den Zustand und verweilt in ihm.
  4. Wörtlich: Schönes Schwarz.
  5. Wörtlich: Himmel-Frucht   

translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu
Übersetzung aus dem Englischen nach Thanissaro Bhikkhu

Titthiya Sutta

Glaubensgemeinschaften

Mönche, wenn Wanderer anderer Glaubensgemeinschaften euch fragen:
„Freunde, es gibt diese drei Eigenschaften.  Welche drei? 
Leidenschaft, Abneigung und Verblendung. 
Dies sind die drei Eigenschaften. 
Nun, was ist der Unterschied, die Unterscheidung, das Unterscheidungsmerkmal dieser drei Eigenschaften?“
Wenn jene Wanderer anderer Glaubensgemeinschaften euch so fragen, wie würdet ihr jenen Wanderern anderer Glaubensgemeinschaften antworten?“

„Für uns, Herr, haben die Lehren den  Erhabenen als ihre Wurzel, als ihren Führer und als ihren Schiedsmann.  Es wäre gut, wenn der Erhabene selbst die Bedeutung dieser Aussage erläutern würde.  Nachdem sie es von dem Erhabenen gehört haben, werden sich die Mönche daran erinnern."

„In diesem Fall, Mönche, hört aufmerksam zu.  Ich werde sprechen."

„Wie ihr sagt, Herr", antworteten die Mönche.

Der Erhabene sprach:
Mönche, wenn Wanderer anderer Glaubensgemeinschaften euch fragen:
„Freunde, es gibt diese drei Eigenschaften.  Welche drei? 
Leidenschaft, Abneigung und Verblendung. 
Dies sind die drei Eigenschaften. 
Nun, was ist der Unterschied, die Unterscheidung, das Unterscheidungsmerkmal dieser drei Eigenschaften?“
Wenn jene Wanderer anderer Glaubensgemeinschaften euch so fragen, solltet ihr ihnen auf diese Weise antworten:
„Freunde, Leidenschaft birgt wenig Tadel und ist langsam im Schwinden.
Abneigung birgt großen Tadel und ist schnell im Schwinden.
Verblendung birgt großen Tadel und ist langsam im Schwinden.

„(Dann, wenn sie fragen:)
 „Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Leidenschaft entsteht oder entstandene Leidenschaft zu Wachstum und Fülle strebt?“ 
„Das Motiv des Schönen”, sollte man sagen. 
Für jenen, der auf unangemessene Art und Weise dem Motiv des Schönen Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Leidenschaft und entstandene Leidenschaft strebt zu Wachstum und Fülle.

„(Dann, wenn sie fragen:)
„Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Abneigung entsteht oder entstandene Abneigung zu Wachstum und Fülle strebt?“ 
„Das Motiv der Verärgerung”, sollte man sagen.
Für jenen, der auf unangemessene Art und Weise dem Motiv der Verärgerung Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Abneigung und entstandene Abneigung strebt zu Wachstum und Fülle.

„(Dann, wenn sie fragen:)
„Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Verblendung entsteht oder entstandene Verblendung zu Wachstum und Fülle strebt?“ „Unangemessene Aufmerksamkeit”, sollte man sagen.
Für jenen, der auf unangemessene Art und Weise Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Verblendung und entstandene Verblendung strebt zu Wachstum und Fülle.

„(Dann, wenn sie fragen:)
„Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Leidenschaft nicht entsteht oder entstandene Leidenschaft aufgegeben wird?“  
„Das Motiv des Unschönen”, sollte man sagen.
Für jenen, der auf angemessene Art und Weise dem Motiv des Unschönen Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Leidenschaft nicht und entstandene wird aufgegeben. 

„(Dann, wenn sie fragen:)
„Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Abneigung nicht entsteht oder entstandene Abneigung aufgegeben wird?“ 
„Bewusstsein-Befreiung durch Wohlwollen (metta)”, sollte man sagen.
Für jenen, der auf angemessene Art und Weise der Bewusstsein-Befreiung durch Wohlwollen Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Abneigung nicht und entstandene Abneigung wird aufgegeben.

„(Dann, wenn sie fragen:)
„Aber was, Freunde, ist der Grund, was die Ursache, warum noch nicht entstandene Verblendung nicht entsteht oder entstandene Verblendung aufgegeben wird?"
„Angemessene Aufmerksamkeit,’’ sollte man sagen.
Für jenen, der auf angemessene Art und Weise Aufmerksamkeit schenkt, entsteht noch nicht entstandene Verblendung nicht und entstandene Verblendung wird aufgegeben.“ 


translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu
Übersetzung aus dem Englischen nach Thanissaro Bhikkhu

Lonaphala Sutta

Der Salzkristall   

„Mönche, für jeden, der sagen würde:
„Auf welche Weise ein Mensch auch immer Kamma beginge, demgemäß würde es erlebt werden”, gibt es kein heiliges Leben zu leben, besteht keine Möglichkeit für das richtige Enden von Stress (dukkha). 
Aber für jeden, der sagen würde:
Wenn ein Mensch Kamma, das auf diese und jene Weise zu empfinden wäre, beginge, demgemäß würde seine Folge erlebt werden”, gibt es ein heiliges Leben zu leben, besteht die Möglichkeit für das richtige Enden von Stress.

„Es gibt den Fall, in dem eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer bestimmten Person verübt wurde, sie in die Hölle bringt. 
Es gibt den Fall, in dem eine genau solche unbedeutende Tat, die von einer anderen Person verübt wurde, im Hier und Jetzt erlebt wird und zum größten Teil kaum für einen Augenblick erscheint.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, bringt ihn in die Hölle? 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person unentwickelt (im Betrachten) des Körpers (1),
unentwickelt in der Tugend,
unentwickelt im Geist (2),
unentwickelt in der Erkenntnis ist: begrenzt, kleinherzig, mit Leiden verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, bringt sie in die Hölle.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, wird im hier und jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil auch nur für einen Augenblick. 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person entwickelt (im Betrachten) des Körpers (3),
entwickelt in der Tugend,
entwickelt im Geist (4),
entwickelt in der Erkenntnis ist: unbegrenzt, großherzig, mit dem Unermesslichen verweilend.  (5)  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, wird im Hier und Jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil kaum für einen Augenblick. 

„Angenommen ein Mann würde ein Salzkristall in eine Tasse, gefüllt mit einer kleinen Menge Wasser, fallen lassen.  Was denkt ihr?  Würde das Wasser in der Tasse durch das Salzkristall salzig und ungeeignet zum trinken werden?"

„Ja, Herr. Warum ist das so? 
Da nur eine kleine Menge an Wasser in der Tasse ist, würde es durch das Salzkristall salzig und ungeeignet zum trinken werden."

„Nun angenommen ein Mann würde ein Salzkristall in den Fluss Ganges fallen lassen.  Was denkt ihr?  Würde das Wasser im Fluss Ganges durch den Salzkristall salzig und ungeeignet zum trinken werden?"

„Nein, Herr.  Warum ist das so? 
Da nun eine große Menge an Wasser im Fluss Ganges ist, würde er durch den Salzkristall nicht salzig und ungeeignet zum trinken werden."

„In der gleichen Weise gibt es den Fall, in dem eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer Person (der Ersten) verübt wurde, sie in die Hölle bringt;
und es gibt den Fall, in dem eine genau solche unbedeutende Tat, die von der anderen Person verübt wurde, im Hier und Jetzt erlebt wird und zum größten Teil kaum für einen Augenblick erscheint.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, bringt ihn in die Hölle? 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person unentwickelt (im Betrachten) des Körpers,
unentwickelt in der Tugend,
unentwickelt im Geist,
unentwickelt in der Erkenntnis ist: begrenzt, kleinherzig, mit Leiden verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, bringt sie in die Hölle.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, wird im hier und jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil auch nur für einen Augenblick. 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person entwickelt (im Betrachten) des Körpers,
entwickelt in der Tugend,
entwickelt im Geist,
entwickelt in der Erkenntnis ist: unbegrenzt, großherzig, mit dem Unermesslichen verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, wird im Hier und Jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil kaum für einen Augenblick. 

„Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person auf Grund eines halben Euros (kahapana) ins Gefängnis geworfen wird, auf Grund eines Euro ins Gefängnis geworfen wird, auf Grund von hundert Euro ins Gefängnis geworfen wird. 
Und es gibt den Fall, in dem eine andere Person auf Grund eines halben Euros nicht ins Gefängnis geworfen wird, auf Grund eines Euro nicht ins Gefängnis geworfen wird, auf Grund von hundert Euro nicht ins Gefängnis geworfen wird. 

„Nun, was für eine Person wird auf Grund eines halben Euros ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund eines Euro ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund von hundert Euro ins Gefängnis geworfen?  
„Es gibt den Fall, in dem eine Person arm ist, von geringem Reichtum, geringem Besitz.  Solch eine Person wird auf Grund eines halben Euros ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund eines Euro ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund von hundert Euro ins Gefängnis geworfen.  

„Und was für eine Person wird auf Grund eines halben Euros nicht ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund eines Euro nicht ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund von hundert Euro nicht ins Gefängnis geworfen?  
„Es gibt den Fall, in dem eine Person reich ist, viel Habseligkeiten, viel Besitz besitzt.  Solch eine Person wird auf Grund eines halben Euros nicht ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund eines Euro nicht ins Gefängnis geworfen, wird auf Grund von hundert Euro nicht ins Gefängnis geworfen.

„In der gleichen Weise gibt es den Fall, in dem eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer Person (der Ersten) verübt wurde, sie in die Hölle bringt;
und es gibt den Fall, in dem eine genau solche unbedeutende Tat, die von der anderen Person verübt wurde, im Hier und Jetzt erlebt wird und zum größten Teil kaum für einen Augenblick erscheint.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, bringt ihn in die Hölle? 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person unentwickelt (im Betrachten) des Körpers,
unentwickelt in der Tugend,
unentwickelt im Geist,
unentwickelt in der Erkenntnis ist: begrenzt, kleinherzig, mit Leiden verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, bringt sie in die Hölle.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, wird im hier und jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil auch nur für einen Augenblick. 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person entwickelt (im Betrachten) des Körpers,
entwickelt in der Tugend,
entwickelt im Geist,
entwickelt in der Erkenntnis ist: unbegrenzt, großherzig, mit dem Unermesslichen verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, wird im Hier und Jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil kaum für einen Augenblick. 

„Gleichwie wenn ein Ziegen-Metzger befugt ist, eine bestimmte Person, die eine Ziege stiehlt, zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu ihn behandeln, so wie er will, aber nicht befugt ist, eine andere Person die eine Ziege stiehlt, zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu ihn behandeln, so wie er will.

„Nun, wenn was für eine Person, die eine Ziege gestohlen hat, ist der Ziegen-Metzger befugt zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu ihn behandeln, so wie er will?
Es gibt den Fall, in dem eine Person arm ist, von geringem Reichtum, geringem Besitz.  Solch eine Person, wenn sie eine Ziege gestohlen hat, ist der Ziegen- Metzger befugt zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu  ihn behandeln, so wie er will.

„Und wenn was für eine Person, die eine Ziege gestohlen hat, ist der Ziegen-Metzger nicht befugt zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu ihn behandeln, so wie er will? 
Es gibt den Fall, in dem eine Person reich ist, viel Habseligkeiten, viel Besitz besitzt, ein König oder ein Minister des Königs.  Solch eine Person, wenn sie eine Ziege gestohlen hat, ist der Ziegen-Metzger nicht befugt zu schlagen oder zu fesseln oder zu töten oder zu  ihn behandeln, so wie er will.  Alles, was er tun kann, ist mit vor seiner Brust gefalteten Händen zu betteln:
Bitte, Sehr geehrter Herr, gib mir eine Ziege oder den Preis einer Ziege.“

„In der gleichen Weise gibt es den Fall, in dem eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer Person (der Ersten) verübt wurde, sie in die Hölle bringt;
und es gibt den Fall, in dem eine genau solche unbedeutende Tat, die von der anderen Person verübt wurde, im Hier und Jetzt erlebt wird und zum größten Teil kaum für einen Augenblick erscheint.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, bringt ihn in die Hölle? 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person unentwickelt (im Betrachten) des Körpers,
unentwickelt in der Tugend,
unentwickelt im Geist,
unentwickelt in der Erkenntnis ist: begrenzt, kleinherzig, mit Leiden verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, bringt sie in die Hölle.

„Nun, eine unbedeutende schlechte Tat, die von was für einer Person verübt wurde, wird im hier und jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil auch nur für einen Augenblick. 
Es gibt den Fall, in dem eine bestimmte Person entwickelt (im Betrachten) des Körpers,
entwickelt in der Tugend,
entwickelt im Geist,
entwickelt in der Erkenntnis ist: unbegrenzt, großherzig, mit dem Unermesslichen verweilend.  Eine unbedeutende schlechte Tat, die von einer solchen Person verübt wurde, wird im Hier und Jetzt erlebt und erscheint zum größten Teil kaum für einen Augenblick. 

„Mönche, für jeden, der sagen würde:
„Auf welche Weise ein Mensch auch immer Kamma beginge, demgemäß würde es erlebt werden”, gibt es kein heiliges Leben zu leben, besteht keine Möglichkeit für das richtige Enden von Stress.
Aber für jeden, der sagen würde:
Wenn ein Mensch Kamma, das auf diese und jene Weise zu empfinden wäre, beginge, demgemäß würde seine Folge erlebt werden”, gibt es ein heiliges Leben zu leben, besteht die Möglichkeit für das richtige Enden von Stress.“


Anmerkungen
  1. D.h. angenehme Gefühle können in den Geist eindringen und dort bleiben.  Siehe MN 36.
  2. D.h. unangenehme Gefühle können in den Geist eindringen und dort bleiben.
  3. D.h. angenehme Gefühle können nicht in den Geist eindringen und dort bleiben.
  4. D.h. unangenehme Gefühle können nicht in den Geist eindringen und dort bleiben.
  5. Unermessliche Konzentration.  Siehe AN 3.65.

translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu
Übersetzung aus dem Englischen nach Thanissaro Bhikkhu

Tamonata Sutta

Die Dunkelheit

„Mönche, man kann vier Arten von Menschen in dieser Welt finden.  Welche vier?
Einer in der Dunkelheit, zur Dunkelheit hin zielend,
einer in der Dunkelheit, zum Licht hin zielend,
einer im Licht, zur Dunkelheit hin zielend und
einer im Licht, zum Licht hin zielend.

„Und wie ist man ein Mensch in der Dunkelheit, zur Dunkelheit hin zielend?
Es gibt den Fall, in dem ein Mensch in eine Familie niedrigen Standes geboren wird - eine Lumpensammlerfamilie, eine Jägerfamilie, eine Korbflechterfamilie, eine Stellmacherfamilie oder eine Straßenkehrerfamilie - eine arme Familie, der es an Essen und Trinken mangelt, die in Not lebt, in der Lebensmittel und Kleidung dürftig sind.
Und er ist hässlich, unförmig, in der Entwicklung gehemmt und kränklich: halb blind oder deformiert oder lahm oder verkrüppelt.
Er erhält keine (Gaben in Form von) Essen, Trinken, Kleidung oder Fuhrwerk; Girlanden, Duftstoffe oder Salben; Bett, Unterkunft oder Leuchten. 
Er begeht körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten, geistiges Fehlverhalten.  
Da er körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten, geistiges Fehlverhalten eingelassen beging, erscheint er -  beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode - in der Ebene der Entbehrung, einem schlechten Bestimmungsort, den niedrigen Reichen, in der Hölle wieder.
Dies ist ein Mensch in der Dunkelheit, zur Dunkelheit hin zielend.

„Und wie ist man ein Mensch in der Dunkelheit, zum Licht hin zielend?
Es gibt den Fall, in dem ein Mensch in eine Familie niedrigen Standes geboren wird - eine Lumpensammlerfamilie, eine Jägerfamilie, eine Korbflechterfamilie, eine Stellmacherfamilie oder eine Straßenkehrerfamilie - eine arme Familie, der es an Essen und Trinken mangelt, die in Not lebt, in der Lebensmittel und Kleidung dürftig sind.
Und er ist hässlich, unförmig, in der Entwicklung gehemmt und kränklich: halb blind oder deformiert oder lahm oder verkrüppelt.
Er erhält keine (Gaben in Form von) Essen, Trinken, Kleidung oder Fuhrwerk; Girlanden, Duftstoffe oder Salben; Bett, Unterkunft oder Leuchten. 
Er betätigt gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten, gutes geistiges Verhalten. 
Da er gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten, gutes geistiges Verhalten betätigte, erscheint er - beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode - in einem guten Bestimmungsort, den himmlischen Gefilden wieder.
Dies ist ein Mensch in der Dunkelheit, zum Licht hin zielend.

„Und wie ist man ein Mensch im Licht, zur Dunkelheit hin zielend?
Es gibt den Fall, in dem ein Mensch in eine Familie hohen Standes geboren wird - eine edle Kriegerfamilie, eine Priesterfamilie, eine wohlhabende Haushälterfamilie - eine reiche Familie, mit viel Wohlstand, mit vielen Besitzungen, mit sehr viel Geld, sehr vielen Reichtümern, viel Getreide und Korn.
Und er ist gut gebaut, gut aussehend, sehr anregend, mit einem lotusgleichen Angesicht versehen.
Er erhält (Geschenke in Form von) Essen, Trinken, Kleidung oder Fuhrwerk; Girlanden, Duftstoffe oder Salben; Bett, Unterkunft oder Lampen. 
Er begeht körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten, geistiges Fehlverhalten. 
Da er körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten, geistiges Fehlverhalten eingelassen beging, erscheint er -  beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode - in der Ebene der Entbehrung, einem schlechten Bestimmungsort, den niedrigen Reichen, in der Hölle wieder.
Dies ist ein Mensch im Licht, zur Dunkelheit hin zielend.

„Und wie ist man ein Mensch im Licht, zum Licht hin zielend?
Es gibt den Fall, in dem ein Mensch in eine Familie hohen Standes geboren wird - eine edle Kriegerfamilie, eine Priesterfamilie, eine wohlhabende Haushälterfamilie - eine reiche Familie, mit viel Wohlstand, mit vielen Besitzungen, mit sehr viel Geld, sehr vielen Reichtümern, viel Getreide und Korn.
Und er ist gut gebaut, gut aussehend, sehr anregend, mit einem lotusgleichen Angesicht versehen.
Er erhält (Gaben in Form von) Essen, Trinken, Kleidung oder Fuhrwerk; Girlanden, Duftstoffe oder Salben; Bett, Unterkunft oder Leuchten. 
Er betätigt gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten, gutes geistiges Verhalten. 
Da er gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten, gutes geistiges Verhalten betätigte, erscheint er - beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode - in einem guten Bestimmungsort, den himmlischen Gefilden wieder.
Dies ist ein Mensch im Licht, zum Licht hin zielend.

„Diese vier Arten von Menschen, kann man in dieser Welt finden." 


translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu
Übersetzung aus dem Englischen nach Thanissaro Bhikkhu