Siha Sutta

An General Siha (Über Großzügigkeit)

Ich habe gehört, dass bei einer Gelegenheit sich der Erhabene in der Nähe von Vesali, im Großen Wald, im Satteldach Pavillon, aufhielt.  Dann begab sich General Siha zum Erhabenen.  Beim Eintreffen verbeugte er sich vor ihm und setzte sich zur Seite.  Als er da saß, sprach er zum Erhabenen:
„Ist es möglich, Herr, eine im Hier und Jetzt sichtbare Frucht der Großzügigkeit aufzuzeigen?"

„Es ist möglich, Siha.  Ein Gebender, ein Meister im Schenken, ist den Leuten im Allgemeinen lieb und teuer. 
Und die Tatsache, dass ein Gebender, ein Meister im Schenken, den Leuten im Allgemeinen lieb und teuer ist:
Dies ist eine im Hier und Jetzt sichtbare Frucht der Großzügigkeit.

Weiterhin verehren gute Leute, redliche Leute (sappurisa) einen Gebenden, einen Meister im Schenken.  
Und die Tatsache, dass gute Leute, redliche Leute einen Gebenden, einen Meister im Schenken verehren:
Auch dies ist eine im Hier und Jetzt sichtbare Frucht der Großzügigkeit.

Weiterhin verbreitet sich der gute Ruf eines Gebenden, eines Meister im Schenken weit und breit. 
Und die Tatsache, dass sich der gute Ruf eines Gebenden, eines Meister im Schenken weit und breit verbreitet:
Auch dies ist eine im Hier und Jetzt sichtbare Frucht der Großzügigkeit.

Weiterhin wenn ein Gebender, ein Meister im Schenken sich an irgendeine Versammlung von Leuten wendet - edle Krieger, Brahmanen, Haushälter oder Asketen - tut er/sie dies zuversichtlich und ohne Verlegenheit.  
Und die Tatsache, dass, wenn ein Gebender, ein Meister im Schenken sich an irgendeine Versammlung von Leuten wendet - edle Krieger, Brahmanen, Haushälter oder Asketen - er/sie dies zuversichtlich und ohne Verlegenheit tut:
Auch dies ist eine im Hier und Jetzt sichtbare Frucht der Großzügigkeit.

Weiterhin erscheint beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode ein Gebender, ein Meister im Schenken in ein gutem Bestimmungsort, in der himmlische Welt wieder.
Und die Tatsache, dass beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode ein Gebender, ein Meister im Schenken in ein gutem Bestimmungsort, in der himmlische Welt wiedererscheint:
Dies ist eine Frucht der Großzügigkeit im nächsten Leben.“

Nach diesen Worten sagte General Siha zum Erhabenen:
In Bezug auf die vier im Hier und Jetzt sichtbaren Früchte der Großzügigkeit, die vom Erhabenen aufgezeigt wurden, ist es nicht der Fall, dass ich in derer Hinsicht von der Überzeugung in den Erhabenen ausgehe.  Auch ich kenne sie.  
Ich bin ein Gebender, ein Meister im Schenken und bin den Leuten im Allgemeinen lieb und teuer.
Ich bin ein Gebender, ein Meister im Schenken und gute Leute, redliche Leute verehren mich.
Ich bin ein Gebender, ein Meister im Schenken und mein guter Ruf ist weit und breit verbreitet:
,Siha ist großzügig, ein Macher, ein Unterstützer der Sangha.'
Ich bin ein Gebender, ein Meister im Schenken und wenn ich mich an irgendeine Versammlung von Leuten wende - edle Krieger, Brahmanen, Haushälter oder Asketen - tue ich dies zuversichtlich und ohne Verlegenheit.
  
„Aber wenn der Erhabene mir sagt:
,Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, erscheint ein Gebender, ein Meister im Schenken in ein gutem Bestimmungsort, in der himmlische Welt wieder", dann weiß ich das nicht.  Hier gehe ich von der Überzeugung in den Erhabenen aus.'"

So ist es, Siha.  So ist es.  Beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode, erscheint ein Gebender, ein Meister im Schenken ein gutem Bestimmungsort, in der himmlische Welt wieder."


Wer gibt, ist lieb und teuer.
Leute im Allgemeinen verehren ihn.
Er gewinnt an Ehre.  Sein Ansehen wächst.
Er betritt eine Versammlung unbefangen.
Er ist nicht verlegen - der ungeizige Mann.

Deshalb Schenken die Weisen Gaben.
Glückseligkeit suchend,
bändigen sie die Befleckung
des Geizes
Errichtet in der dreifachen himmlischen Welt
erfreuen sie sich eine lange Zeit
mit den Devas als Gefährten.

Da sie sich diese Möglichkeit selbst geschaffen haben,
da sie Geschicktes getan haben,
dann, wenn sie von hier scheiden,
wandern sie, selbst strahlend, in Nandana. (1)

Dort, frohlocken, erfreuen und entzücken sie sich
mit den fünf Strängen der Sinnlichkeit.
Da sie die Worte des Weisen, der So ist, befolgt haben,
erfreuen sie sich in der himmlischen Welt -
die Schüler des Einen Gut-Gegangenen.


Anmerkungen

(1) Der Garten der Devas. 

translated from the Pali by Thanissaro Bhikkhu